Vollständige Anleitung zur Modbus-RTU-Registeradressierung der Delta-DVP-SPS

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1. Übersicht

Die SPS der Delta-DVP-Serie (DVP-ES2/EX2/SS2/SA2/SX2/SE, EH3 usw.) besitzen einen integrierten COM2-RS-485-Anschluss, der standardmäßig Modbus ASCII/RTU unterstützt. Sie können entweder als Master arbeiten und aktiv Slaves wie Frequenzumrichter, Temperaturregler oder Messgeräte lesen/schreiben, oder als Slave passiv Lese-/Schreibanfragen eines Bediengeräts (HMI), SCADA-Systems oder einer anderen SPS beantworten. Diese Anleitung basiert streng auf den offiziellen Delta-Dokumenten DVP-PLC Application Manual (Programmierung/Kommunikation), dem DVP Series PLC Communication Protocol und dem DVP-ES2 Operation Manual; jede Geräteadresse, jeder Befehlsoperand sowie jedes Sonderrelais/-register folgt den offiziellen Handbüchern.

Die beiden Modbus-Betriebsarten einer DVP-SPS:

  • Modbus-Master: Die Kommunikation wird aktiv mit den drei spezifischen Anweisungen MODRD (API 100, Lesen), MODWR (API 101, Schreiben) und MODRW (API 150, universelles Lesen/Schreiben) gestartet.
  • Modbus-Slave: Es müssen nur Kommunikationsformat und Stationsadresse eingestellt werden; die SPS antwortet automatisch nach dem integrierten Protokoll, ein Kommunikationsprogramm ist nicht erforderlich.

Ein zentraler Punkt, der zu Beginn geklärt werden muss: Auf der Modbus-Leitung verwenden die internen DVP-Geräte (X/Y/M/S/T/C/D) feste hexadezimale Kommunikationsadressen (z. B. X0=0400H, Y0=0500H, M0=0800H, D0=1000H). Das in einigen Online-Anleitungen verbreitete Schema – ein „Gerätetyppräfix im hohen Byte (H1/H3/H4/H10) plus Nummer im niedrigen Wort", woraus 24-Bit-Adressen wie H100064 oder H100100 entstehen – existiert in den offiziellen Delta-Handbüchern nicht. Der Adressoperand von MODRW/MODRD ist 16 Bit breit, somit ist H100064 bereits für sich genommen ein illegaler Wert. Die Abschnitte 3 und 4 erläutern das offizielle Adressschema vollständig.

2. Modbus-Funktionscodes und erreichbare Geräte

Die von einem DVP-Slave unterstützten Funktionscodes und die damit erreichbaren internen Geräte zeigt die folgende Tabelle (Quelle: Delta DVP Series PLC Communication Protocol):

Funktionscode (dez/hex)BezeichnungErreichbare DVP-GeräteDatentypLesen/Schreiben
01 (H01)Coils lesen (Read Coil Status)S, Y, M, T (Kontakt), C (Kontakt)BitLesen
02 (H02)Diskrete Eingänge lesen (Read Input Status)S, X, Y, M, T, CBitLesen
03 (H03)Holding-Register lesenT (Aktualwert), C (Aktualwert), DWortLesen
05 (H05)Einzelnes Coil schreiben (Force Single Coil)S, Y, M, T, CBitSchreiben
06 (H06)Einzelnes Register schreiben (Preset Single Register)T, C, DWortSchreiben
15 (H0F)Mehrere Coils schreiben (Force Multiple Coils)S, Y, M, T, CBitSchreiben
16 (H10)Mehrere Register schreiben (Preset Multiple Registers)T, C, DWortSchreiben
17 (H11)Report Slave ID— (liefert Slave-Status)—Lesen

Zwei wichtige Unterschiede zum „Standard-Modicon-Adressmodell":

  • Die DVP verwendet den Funktionscode 04 (Eingangsregister lesen) nicht. Die Eingangsrelais X werden mit Funktionscode 02 gelesen (bei Delta erreicht 02 alle Bitgeräte S/X/Y/M/T/C).
  • Bitgeräte (Kontakte S/Y/M/T/C) verwenden die Codes 01/02/05/15; Wortgeräte (Aktualwerte T/C/D) verwenden 03/06/16. Timer T und Zähler C belegen sowohl einen Adressbereich „Kontakt (Bit)" als auch „Aktualwert (Wort)".

3. DVP als Slave: Adresszuordnung der internen Geräte (Kernstück)

Wenn eine DVP als Modbus-Slave arbeitet, muss ein externer Master (HMI, SCADA, andere SPS, Modbus Poll usw.) die hexadezimalen Kommunikationsadressen (0-basierte PDU-Adressen) der folgenden Tabelle verwenden, um die internen Geräte zu erreichen.

3.1 Gesamtübersicht der Geräteadressen (offizielle Tabelle)

GerätTypNummerierungKommunikationsadresse (hex)GerätebereichFunktionscodes
S (Schrittrelais)Bitdezimal0000H–03FFHS0–S1023 (je 256 Punkte ein Block)01/02/05/0F
X (Eingangsrelais)Bitoktal0400H–04FFHX0–X377 (oktal, 256 Punkte)02
Y (Ausgangsrelais)Bitoktal0500H–05FFHY0–Y377 (oktal, 256 Punkte)01/02/05/0F
T (Timer)Bit/Wortdezimal0600H–06FFHT0–T255 (Kontakte 01/02, Aktualwerte 03)01/02/03/05/06/0F/10
M (Hilfsrelais)Bitdezimal0800H–0DFFH; B000H–B9FFHM0–M1535; M1536–M409501/02/05/0F
C (Zähler)Bit/Wortdezimal0E00H–0EFFHC0–C199 (16 Bit); C200–C255 (32 Bit)01/02/03/05/06/0F/10
D (Datenregister)Wortdezimal1000H–1FFFH; 9000H–A70FHD0–D4095; D4096–D999903/06/10

Hinweis: Bereiche wie 0700H sowie 0F00H–0FFFH sind reserviert und nicht erreichbar. Die tatsächliche Geräteanzahl unterscheidet sich je nach Modell (ES2/SS2/SA2/EH3); siehe das jeweilige Modellhandbuch.

3.2 Adressumrechnung der Bitgeräte

  • X (oktale Nummerierung): Adresse = 0400H + die dezimale Ordnungszahl der oktalen Nummer. X0=0400H, X7=0407H, X10=0408H (X8 und X9 entfallen), X377=04FFH.
  • Y (oktale Nummerierung): Adresse = 0500H + Ordnungszahl. Das offizielle Kommunikationsbeispiel gibt Y0 = H0500 an; Y17 (oktal, also der 15. Punkt dezimal) = 050FH.
  • M (dezimale Nummerierung): Für M0–M1535 gilt Adresse = 0800H + n, z. B. M0=0800H, M100=0864H; M1536–M4095 sind auf B000H–B9FFH abgebildet.
  • S (dezimale Nummerierung): Adresse = 0000H + n, z. B. S0=0000H, S100=0064H.
GerätNummerKommunikationsadresse (hex)Funktionscode
EingangX0 / X7 / X100400H / 0407H / 0408H02
AusgangY0 / Y17 (oktal)0500H / 050FH01/02/05/0F
HilfsrelaisM0 / M100 / M15350800H / 0864H / 0DFFH01/02/05/0F
SchrittrelaisS0 / S1000000H / 0064H01/02/05/0F

3.3 Adressumrechnung der Wortgeräte (T/C/D)

  • Timer-Aktualwert Tn: 0600H + n, z. B. T0=0600H (das offizielle Beispiel für „einzelnes Register schreiben" lautet genau 06H 00H).
  • Zähler-Aktualwert Cn: 0E00H + n, z. B. C0=0E00H, C232=0EE8H (offizielles Beispiel 0EH E8H). C0–C199 sind 16-Bit-Zähler; C200–C255 sind 32-Bit-Schnellzähler (belegen Doppelwortlänge).
  • Datenregister Dn (n=0–4095): 1000H + n, z. B. D0=1000H, D10=100AH, D100=1064H, D1000=13E8H (alles offizielle Handbuchbeispiele); D4096–D9999 sind ab 9000H neu zugeordnet, also Adresse = 9000H + (n − 4096).
GerätNummerKommunikationsadresse (hex)Offizielles Rahmenbeispiel (FC06 einzelnes Register schreiben)
TimerT00600H01 06 06 00 12 34 …
ZählerC0 / C2320E00H / 0EE8H01 06 0E 00 … / 01 06 0E E8 …
DatenregisterD10100AH01 06 10 0A 12 34 …
DatenregisterD100013E8H01 06 13 E8 12 34 …

3.4 Adressbezug für Master-Software von Drittanbietern (Modbus Poll / SCADA / HMI)

Im Modbus-Rahmen wird die oben genannte 0-basierte PDU-Adresse (die hexadezimale Kommunikationsadresse) übertragen. Viele Leitstandsprogramme und Bediengeräte verlangen jedoch eine 1-basierte „Referenznummer" (4xxxx / 0xxxx / 1xxxx). Die Umrechnung lautet:

  • Holding-Register-Referenz = 40001 + Dezimalwert der Hexadresse. Beispiel: Adresse D0 = 1000H = dezimal 4096, Referenz = 40001 + 4096 = 44097; Adresse D100 = 1064H = 4196, Referenz = 44197.
  • Coil-Referenz = 1 + Adresswert; Referenz diskreter Eingänge = 10001 + Adresswert. Beispiel: M0 (0800H=2048) Coil-Referenz = 2049; X0 (0400H=1024) Referenz diskreter Eingänge = 11025.
  • Wenn die Software einen „0-basierten/PLC-Adressmodus" anbietet, ist die direkte Eingabe des Dezimalwerts der Hexadresse (z. B. 4096 für D0) am wenigsten fehleranfällig.
GerätKommunikationsadresse (hex)Dezimaler Offset1-basierte ReferenzFunktionscode-Bereich
D01000H409644097Holding-Register 4xxxx
D1001064H419644197Holding-Register 4xxxx
M00800H204802049Coils 0xxxx
X00400H102411025Diskrete Eingänge 1xxxx
Y00500H128001281Coils 0xxxx

Das Oktalproblem nochmals: Die Gerätenummern von X und Y sind oktal (es gibt kein X8/X9), die Kommunikationsadressen sind jedoch fortlaufend – auf X7 (0407H) folgt direkt X10 (0408H); 0408H entspricht keinem „X8".

4. DVP als Master: Die Anweisungen MODRD / MODWR / MODRW

4.1 Die drei Kommunikationsanweisungen im Überblick

AnweisungAPI-Nr.ZweckUnterstützte Funktionscodes
MODRDAPI 100Daten eines Slave lesenH02 (Bits lesen), H03 (Wörter lesen) usw.
MODWRAPI 101Daten auf einen Slave schreibenH05/H06/H0F/H10
MODRWAPI 150Universelles Lesen/Schreiben (vollständig, empfohlen)H01–H06, H0F, H10, H17

4.2 Operandendefinition von MODRW (API 150, offiziell)

Anweisungsformat: MODRW S1 S2 S3 S n

OperandBedeutungZulässige Werte/Hinweise
S1Slave-Knotennummer (Stationsadresse)K0–K254; K0 = Broadcast (bei den Leseoperationen H02/H03/H04/H17 nicht zulässig)
S2FunktionscodeH01 mehrere Bits lesen / H02 diskrete Bits lesen / H03 mehrere Wörter lesen / H04 Eingangswörter lesen / H05 einzelnes Bit schreiben / H06 einzelnes Wort schreiben / H0F mehrere Bits schreiben / H10 mehrere Wörter schreiben / H17 mehrere Wörter lesen+schreiben
S3Startadresse der zu lesenden/schreibenden GeräteHexadezimale Kommunikationsadresse des Gegengeräts, z. B. H0500 (Y0), H1064 (D100), H2100 (FU-Status)
SDatenregisterLokales Start-D, in dem gelesene/zu schreibende Daten liegen (z. B. D0, D50); bei H17 ist S der Lese- und S+1 der Schreibdatenstart
nDatenlängeH01/H02/H0F in Bit, H03/H04/H10 in Wort; bei H05 bedeutet n=0 EIN und n=1 AUS; bei H17 ist n die Anzahl gelesener und n+1 die Anzahl geschriebener Wörter

Beachten Sie besonders die Operandenpositionen: S2 ist stets der Funktionscode und S3 die Geräteadresse. Einige Online-Anleitungen setzen den „Gerätetyppräfix" in den zweiten Operanden (S2) von MODRD – das ist falsch.

4.3 Offizielle Programmbeispiele (direkt verwendbar)

Beispiel 1: Y0–Y17 (16 Punkte, Bits) einer anderen DVP (Knoten 1) lesen — Quelle: MODRW Program Example 1 im Delta DVP-ES2 Operation Manual.

AnweisungS1 KnotenS2 FunktionscodeS3 AdresseS Datenn Länge
MODRWK1K2 (H02 Bits lesen)H0500 (Y0)D0K16 (16 Bit)

ASCII-Anforderungsrahmen: 01 02 0500 0010; RTU-Anforderungsrahmen: 01 02 05 00 00 10 79 0A. Das Handbuch kennzeichnet explizit Data address Y0 = H0500.

Beispiel 2: D100 (1 Wort) einer anderen DVP (Knoten 1) lesen

AnweisungS1 KnotenS2 FunktionscodeS3 AdresseS Datenn Länge
MODRWK1K3 (H03 Wörter lesen)H1064 (D100 = 1000H + 100)D0K1 (1 Wort)

Um M100 zu lesen, S3 auf H0864 (M100 = 0800H + 100) setzen und den Funktionscode H01 verwenden.

Beispiel 3: Sechs Wörter Status/Frequenz usw. eines Delta-Frequenzumrichters (Knoten 1) lesen — Quelle: das offizielle MODRW-Beispiel im Delta DVP-PLC Application Manual.

AnweisungS1 KnotenS2 FunktionscodeS3 AdresseS Datenn Länge
MODRWK1K3 (H03)H2100D0K6 (6 Wörter)

ASCII-Anforderungsrahmen: 01 03 2100 0006, liest die sechs Register 2100H–2105H.

Beispiel 4: Ein Betriebsbefehlswort nach 2000H eines Delta-Frequenzumrichters (Knoten 1) schreiben

AnweisungS1 KnotenS2 FunktionscodeS3 AdresseS Datenn Länge
MODRWK1K6 (H06 einzelnes Wort schreiben)H2000D50 (zu schreibende Daten)K1 (1 Wort)

ASCII-Anforderungsrahmen: 01 06 2000 [Daten] (im offiziellen Beispiel mit D50=H1770 lautet der Rahmen 01 06 0100 1770 für die ältere VFD-S-Adressdefinition; das Befehlswort neuerer Modelle liegt auf 2000H).

Endgültige Aussage zu Adressen wie „H100064": In S3 wird direkt die fortlaufende hexadezimale Kommunikationsadresse des Gegengeräts eingetragen (für D100 H1064, nicht H100100 oder H100064). Der MODRW-Adressoperand ist 16 Bit breit; Werte über 16 Bit oder mit widersprüchlicher Kodierung wie H100064 und H40100 sind in Delta-Anweisungen illegal. Die in einigen Online-Quellen angegebene „High-Byte-Gerätetyptabelle (X=H1, Y=H3, M=H4, D=H10)" ist keine offizielle Delta-Definition und darf im Projekt nicht verwendet werden.

4.4 Hinweise zur Verwendung von MODRW (offizielle Hinweise)

  • Auf jede MODRW-Anweisung muss unmittelbar das zugehörige „Sendeanforderungs"-Flag (SET M1122) folgen. Die Ports werden in der Reihenfolge COM1 → COM3 → COM2 ausgewertet, um Datenvertauschungen zu vermeiden.
  • An ein und demselben Kommunikationsport darf zeitgleich nur eine MODRW ausgeführt werden; vor dem nächsten Auftrag das Sende-/Empfangsabschluss-Flag M1127 abwarten (beim Polling M1127 als Schrittbedingung verwenden).
  • Die Ansteuerkontakte für die Lesefunktionscodes H01–H04 und H17 dürfen keine Flankenkontakte wie LDP/ANDP/ORP/LDF/ANDF/ORF verwenden, da sonst die Empfangsdaten fehlerhaft werden; gewöhnliche LD-Kontakte verwenden.
  • Im ASCII-Modus werden die empfangenen Daten zunächst ASCII ab dem Start-D abgelegt und dann von der SPS automatisch in Hex in die Sonderregister D1296–D1311 umgewandelt (währenddessen ist M1131 EIN); zu sendende Daten liegen in D1256–D1295. Im RTU-Modus werden die Daten direkt in Hex gespeichert.

5. Kommunikationsparameter, Sonderregister und Flags (COM2 RS-485)

5.1 Hardware-Verdrahtung

  1. COM2 der DVP ist ein RS-485-Anschluss mit den Klemmen D+ (SG+) und D- (SG-): D+ an die Busleitung A, D- an die Busleitung B; mehrere Geräte in Linien-/Daisy-Chain-Topologie.
  2. An jedem der beiden Busenden einen 120Ω-Abschlusswiderstand setzen; geschirmte Twisted-Pair-Leitung verwenden, Schirm einseitig erden und von Leistungskabeln fernhalten.
  3. Baudrate, Datenbits, Parität und Stoppbits müssen bei allen Mastern und Slaves übereinstimmen; Stationsadressen dürfen nicht doppelt vergeben werden.

5.2 Kommunikationsformat D1120 (offizielle Werte)

Wert D1120KommunikationsformatTypische Verwendung
H869600 Bit/s, 7 Datenbits, gerade Parität, 1 Stoppbit (9600,7,E,1)Werksvorgabe, Modbus ASCII
H879600 Bit/s, 8 Datenbits, gerade Parität, 1 Stoppbit (9600,8,E,1)Am häufigsten für Modbus RTU

Das hohe Nibble von D1120 wählt die Baudrate (H8=9600, H9=19200, HA=38400, HB=57600, HC=115200), das niedrige Nibble Datenbits/Parität/Stoppbits; nach dem Setzen muss M1120 SET werden, um das Format zu halten. Die offiziellen FU-Beispiele verwenden einheitlich MOV H87 D1120 + SET M1120.

5.3 Kommunikations-Stationsadresse D1121

  • D1121 legt die eigene Stationsadresse (als Slave) bzw. die Zieladresse fest; Bereich 1–254, 0 ist die Broadcast-Adresse.
  • Beispiel: MOV K1 D1121 bedeutet Stationsadresse 1. Die werksseitige Standardadresse ist 1.

5.4 RTU/ASCII-Auswahl und Sende-/Empfangsflags (wichtige Korrektur)

Sonderrelais / -registerFunktion an COM2 (RS-485)
M1143Protokollauswahl: AUS = ASCII-Modus, EIN = RTU-Modus (RTU/ASCII wird über M1143 bestimmt, nicht über D1130)
M1120Wenn EIN, wird das in D1120 eingestellte Kommunikationsformat gehalten
M1122Sendeanforderungs-Flag; das Setzen auf EIN löst eine MODRD/MODWR/MODRW-Transaktion aus
M1127Sende-/Empfangsabschluss-Flag (geht nach Abschluss auf EIN, wird vom Programm zurückgesetzt)
M1140Flag Empfangsdatenfehler (EIN bei Prüfsummen-/Formatfehler)
M1141Flag illegale Kommunikationsadresse / Datenrückmeldefehler
D1130Register für Kommunikationsfehlercode: enthält den Fehlercode, wenn M1141 EIN ist (z. B. D1130=2 bei „illegale Datenadresse" des Gegengeräts). Es ist nicht das Protokollmodus-Register
D1129Einstellung des Kommunikations-Timeout (offizielles Beispiel K100 = 100 ms)

Standardinitialisierung (RTU 9600,8,E,1, Station 1): ausgeführt, während M1002 im ersten SPS-Zyklus nach dem Einschalten EIN ist:

LD   M1002
MOV  H87   D1120   // Format 9600,8,E,1
SET  M1120          // Kommunikationsformat halten
MOV  K100  D1129   // Kommunikations-Timeout 100 ms
SET  M1143          // RTU-Modus wählen (AUS = ASCII)
MOV  K1    D1121   // Eigene Stationsadresse 1 (als Slave)

Bei Bedarf wird mit SET M1122 die Anforderung gesendet; auf M1127 warten (Abschluss), dann die Empfangsdaten verarbeiten und RST M1127.

6. Delta-Frequenzumrichter lesen/schreiben (übliche Adressen VFD-E / MS300 / C2000 usw.)

Delta-Frequenzumrichter verwenden üblicherweise die folgenden Kommunikationsadressen (genaue Einheiten und Bitdefinitionen siehe Kommunikationsprotokoll-Handbuch des jeweiligen Modells):

Überwachungs-/SteuerobjektKommunikationsadresseFunktionscodeHinweise
Befehl Start/Stopp2000H06 / 10 (Schreiben)Bit-Befehlswort: Bit0-1 Start/Stopp/Not-Halt/Jog, Bit2-3 Rechts-/Linkslauf; Bitdefinitionen siehe FU-Handbuch
Frequenzsollwert2001H06 / 10 (Schreiben)Sollfrequenz, oft in 0,01 Hz (z. B. 5000 für 50,00 Hz)
Betriebsstatuswort2100H03 (Lesen)Statusbits Lauf/Drehrichtung/Störung
Ausgangsfrequenz2101H03 (Lesen)Tatsächliche Ausgangsfrequenz, 0,01 Hz
Ausgangsstrom2102H03 (Lesen)Ausgangsstrom, 0,01 A (das offizielle Delta-VFD-B-Beispiel liest 2102H)
Ausgangsspannung / DC-Zwischenkreisspannung2103H03 (Lesen)Definition zwischen den Serien leicht unterschiedlich

Zugehörige MODRW-Anweisungen:

  • Sechs Wörter Status/Frequenz/Strom usw. fortlaufend lesen: MODRW K1 K3 H2100 D0 K6
  • Startbefehl schreiben (Rechtslauf; Datenwort gemäß Bitdefinition zuvor in D50 ablegen): MODRW K1 K6 H2000 D50 K1
  • Frequenzsollwert 50,00 Hz schreiben (D51=K5000): MODRW K1 K6 H2001 D51 K1

Auf der FU-Seite müssen zusätzlich Stationsadresse, Baudrate und Format passend zur SPS eingestellt sowie Start-/Frequenzquelle auf Kommunikation gesetzt werden. Adressen und Einheiten unterscheiden sich zwischen den Serien (VFD-E, MS300, C2000, MH300); vor der Umsetzung stets das Kommunikationsprotokoll-Handbuch des Frequenzumrichters prüfen.

7. Häufige Probleme und Fehlersuche

7.1 Überhaupt keine Kommunikation

  • Verdrahtung: Sind D+ (SG+)/D- (SG-) vertauscht und stimmen A/B überein? Sind bei mehreren Stationen die Geräte in Linientopologie ohne Stichleitungen verbunden?
  • Format: Steht D1120 auf H87 (RTU 8E1) oder H86 (ASCII 7E1), und stimmen beide Seiten überein? Wurde M1120 gesetzt?
  • Protokollmodus: RTU erfordert SET M1143, ASCII RST M1143; beide Seiten müssen übereinstimmen (eine der häufigsten Ursachen für „keine Verbindung").
  • Stationsadresse: Stimmt D1121 mit dem Ziel-Slave überein, und sind die Knotennummern im Bus eindeutig?
  • Abschluss: Sind an beiden Enden 120Ω-Widerstände vorhanden? Im Leerlauf sollte die differentielle Busspannung einige hundert mV betragen.

7.2 Kommunikation möglich, aber keine Daten lesbar / illegale Adresse

  • Fehlerflags prüfen: M1141 EIN mit einem D1130-Code (z. B. =2) bedeutet eine illegale S3-Geräteadresse; anhand der Hex-Tabelle in Abschnitt 3 prüfen.
  • Funktionscode vs. Gerätetyp: X mit 02 lesen, D mit 03 lesen, Y/M mit 05/0F schreiben, D mit 06/10 schreiben – nicht vermischen.
  • Oktal prüfen: X/Y-Nummern sind oktal, X10 folgt direkt auf X7; Adressen nach fortlaufender Ordnungszahl umrechnen.
  • Keine H100064-Adressen verwenden: Für D100 H1064, für M100 H0864.
  • Timing: Warten Sie nach SET M1122 auf M1127? Werden mehrere MODRW gleichzeitig am gleichen Port ausgegeben?

7.3 Falsche oder unleserliche Daten

  • Datenbreite: C200–C255 sind 32-Bit-Zähler und belegen zwei Register/Doppelwörter; als Doppelwort lesen.
  • Byte-/Wortreihenfolge: Bei 32-Bit-Daten die High/Low-Byte- und High/Low-Wort-Reihenfolge mit dem Gegengerät abstimmen.
  • Skalierung: Ingenieurmaße für Frequenz 0,01 Hz, Strom 0,01 A usw. laut Handbuch zurückrechnen.
  • RTU/ASCII-Vermischung: Ungleiche Modi führen zu Rahmenbeschädigung oder Zeichensalat; den M1143-Zustand prüfen.

7.4 Gelegentliche Kommunikationsausfälle

  • Geschirmtes Twisted-Pair verwenden, Schirm einseitig erden; Kommunikationsleitungen von FU-Ausgangsleitungen und anderen Leistungskabeln fernhalten.
  • Buslänge und Teilnehmerzahl begrenzen (ggf. Baudrate senken) und an beiden Enden abschließen.
  • D1129-Timeout und Wiederholungen sinnvoll setzen; M1127/M1140/M1141 für Abschluss- und Fehlerbehandlung nutzen, um keinen Anweisungsstau zu erzeugen.

8. Unterschiede zu anderen SPS-Marken

KriteriumDelta DVPMitsubishi FX3USiemens S7-200 SMART
X/Y-AdressierungOktalOktalDezimal
Interne GeräteadresseFeste Hex-Zuordnung (X0400/Y0500/M0800/D1000)Feste FX3U-MB-Zuordnung + zuweisbarHolding-Registerbereich über HoldStart/MaxHold konfiguriert
Master-AnweisungMODRD/MODWR/MODRW (API 100/101/150)ADPRW (FNC276), eine Anweisung, Lesen/Schreiben per FunktionscodeBibliotheksanweisungen MBUS_CTRL/MBUS_MSG
RTU/ASCII-AuswahlM1143 (AUS=ASCII, EIN=RTU)In Kommunikationsparametern eingestelltMode-Parameter der Bibliotheksanweisung (nur RTU)
KommunikationsportIntegrierter COM2 (RS-485)Erfordert externes FX3U-485ADP-MBOn-Board-RS-485-Anschluss
Wichtige KonfigurationsregisterD1120 (Format)/D1121 (Station)/M1143 (Modus)Sonderregister wie D8120/D8121Bibliotheksparameter (Baud/Parität/Timeout)

9. Zusammenfassung

Die Modbus-Kommunikation der Delta-DVP-SPS lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Slave-Geräteadressen (hex): S=0000H, X=0400H, Y=0500H, T=0600H, M=0800H, C=0E00H, D=1000H; X/Y verwenden oktale Nummern bei fortlaufenden Adressen, D0–D4095 liegen auf 1000H–1FFFH.
  • Funktionscodes: Bitgeräte nutzen 01/02/05/0F (X nutzt 02); Wortgeräte T/C/D nutzen 03/06/10; Delta verwendet den Funktionscode 04 nicht.
  • Master-Anweisung: MODRW S1 (Knoten) S2 (Funktionscode) S3 (hex-Geräteadresse) S (Daten-D) n (Länge); S2 ist der Funktionscode und S3 die Adresse, direkt in hex einzutragen (D100=H1064).
  • Kommunikationskonfiguration: D1120=H87 (RTU 9600,8,E,1)/H86 (ASCII 7E1), M1120 setzen, M1143 wählt RTU/ASCII, D1121 Stationsadresse, M1122 sendet, M1127 Abschluss, M1140/M1141/D1130 dienen der Fehlerdiagnose.
  • Unbedingt vermeiden: die im Internet kursierenden 24-Bit-Adressen wie H100064 aus „H1/H4/H10 + Nummer", einen Gerätecode in S2 einzutragen sowie D1130 fälschlich als Protokollmodus-Register anzusehen.

Vor der Umsetzung empfehlen wir, mit einem Master-Werkzeug wie Modbus Poll eine Verbindung zum DVP-Slave aufzubauen und anhand der Hex-Tabelle dieser Anleitung jeden Bereich zu verifizieren (zum Lesen von D0 Adresse 4096/Referenz 44097). Erst wenn Adresse, Funktionscode und Datenformat bestätigt sind, sollte das MODRW-Masterprogramm erstellt werden.

10. Weiterführende Links

  • Grundlagen-Tutorial zur Modbus-RTU-Kommunikation
  • Konfigurationsbeispiele für die Modbus-Kommunikation der Delta-DVP-SPS
  • Modbus-Steuerungsleitfaden für Delta-Frequenzumrichter (VFD-E/MS300/C2000)
  • Anleitungen zur Modbus-Registerzuordnung für Mitsubishi FX3U / Siemens S7-200 SMART
  • RS-485-Busverdrahtung und Spezifikation der Abschlusswiderstände
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